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Gimpelhäher: Struthidea cinerea = Apostelbird
Gimpelhäher (Struthidea cinerea = Apostelbird), Überleben durch Helfersystem

Gimpelhäher (Struthidea cinerea=Apostelbirds), Überleben durch Sozialverhalten:

Gimpelhäher (engl.: viel treffender Apostelbirds = Struthidea cinerea) haben eine interessante Überlebensstrategie entwickelt, um in einer kargen Umgebung überleben zu können.

Sie sind bemerkenswerte Vögel wegen ihres Sozialverhaltens, das wohl viel komplexer ist als bei anderen Vögeln. Die Basis ist eine Brutgemeinschaft von 8 -14 Tieren, die nahe miteinander verwandt sind. Die Gruppe besteht aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen und den Jungtieren der letzten Brut.

Die Gimpelhäher halten sich die meiste Zeit auf dem Boden auf und suchen auch hier nach Nahrung. Dabei schnalzen, zischen und schnarren sie ununterbrochen. Wenn ein Tier eine gute Nahrungsquelle gefunden hat (z.B. ein fütternder Mensch), treffen alle anderen wenig später ein. Sie scheinen sich ständig zu unterhalten. Auch das gemeinschaftliche Kuscheln (siehe Bild oben) und die gegenseitige Pflege des Gefieders scheinen den Zusammenhalt der Gruppe zu festigen.

Gimpelhäher sind polygam (ein Männchen mit mehreren Weibchen) und verhalten sich während der Brutzeit territorial, d.h. sie verteidigen vehement ihr Revier (siehe Bild unten rechts). Das napfförmige Nest (siehe Bild unten links) wird gemeinschaftlich im Familienverband auf einem waagerechten Ast aus Gräsern gebaut, die durch Schlamm zusammengehalten werden. Alle Tiere der Gruppe wirken mit, wobei die Jungtiere sich weniger geschickt anstellen. Meist nur ein, manchmal zwei Weibchen der Gruppe legen Eier ins Nest, meist 3-5, es können aber auch doppelt so viele sein.

An der Verteidigung des Nestes, am Brüten und der Jungenaufzucht beteiligen sich alle Tiere der Gruppe. Die Jungen werden meist mit Insekten bzw. deren Larven gefüttert. Generell sind die Vögel aber omnivor, sie suchen auf dem Boden nach Insekten, Spinnen, Samen und essbaren Gräsern.

Das System des kooperativen Brüters mit den Helfern aus der Vorjahresbrut bietet für alle Vorteile: Die Nachkommen der Geschlechtspartner haben bessere Chancen, erwachsen zu werden. Die Helfer lernen ein erfolgreiches Brutverhalten.

Gimpelhäher (Apostelbird) auf dem Nest und bei der Revierverteidung gegen einen vermeintlichen Eindringling

Gimpelhäher kommen ausschließlich in Australien vor. Sie sind hier somit endemisch.

Sie kommen westlich der Great Dividing Range in den halboffenen Savannen und lichten Wäldern vor. Immer befindet sich ein Gewässer in der Nähe, da die Tiere täglich trinken müssen und sich durch Baden der Parasiten und Lästlinge (Ameisen) entledigen. Im Herbst und Winter bilden die Gimpelhäher ( Apostelbirds) größere Gruppen und suchen in einer offeneren Landschaft nach Samen, die dann den größten Anteil an ihrer Nahrung ausmachen.

Der soziale Zusammenhalt und die gemeinschaftliche Aufzucht der Nachkommen sind ein wichtiger Teil der Überlebensstrategie in einer kargen Landschaft, die nur eine begrenzte Menge an Nahrung bietet.

Gimpelhäher ( Struthidea cinerea = Apostelbird), nach erfolgreicher Nahrungssuche